Samstag, Januar 09, 2010

Congrats to Kofi


Der Andreas Kofler also. Gewinnt die Tournee. Einfach so, ohne Ansage. Tja dann: Herzlichen Glückwunsch. Mir war der Kofi erst wieder aufgefallen, als ich die letzte Vorschau schrieb, und siehe da: Er war einfach der beständigste Springer in dieser Saison. Zwar nie ganz vorn, dabei aber immer unter den Top Ten, Platz sieben war die schlechteste Plazierung bis zu Tourneebeginn. Und dann dieser Auftakt in Oberstdorf.

Doch der Auftaktsieg in Oberstdorf ist eigentlich ein schlechtes Omen: Denn Simon Ammann, Gregor Schlierenzauer und auch Thomas Morgenstern hatten im Allgäu schon triumphiert und am Ende hatte es nie zum Tourneesieg gereicht. Auch Martin Schmitt kann von diesem Phänomen ein Lied singen... Auch wenn es schon ein Weilchen her ist.

Mit Andreas Kofler und Thomas Morgenstern verbindet mich eine ganz eigene Geschichte. Denn ich war 2006 beim Herzschlagfinale dabei, als Morgi am Ende doch ganz knapp vor Andreas Kofler in Pragelato begann. Jetzt die beiden wieder auf den Pressekonferenzen der Tournee zu haben, war ein schönes Erlebnis. Man sieht sich eben immer wieder. Und das ist gut so. Nochmal herzlichen Glückwunsch!

Foto: Brigitte Waltl-Jensen

Servus Janne


Sie haben sich gegenseitig gewarnt, dass das noch ein alter Herr aus Finnland kommen wird, um die Jungen aufzumischen. Dass Janne Ahonen, Comebacker des Jahres, Mr. Finn-Air, aber gleich auf Platz zwei der Gesamtwertung springen würde, das hatten sie dann doch nicht erwartet. Fast hätte es sogar noch zum ganz großen Coup gereicht, dem sechsten Tourneesieg. Allerdings: Das wäre des Guten dann doch zuviel gewesen...

Aber eines steht fest: Janne is back. Und natürlich schauen wir jetzt alle auf Vancouver, wo sein großer Traum in Erfüllung gehen soll. Einmal eine olympische Medaille im Einzel, am besten Gold natürlich, soll es noch sein für den Herren aus Lahti. Hm, ich glaube, so ziemlich jeder aus der Skisprungszene würde es ihm wirklich gönnen.

Doch wer weiß: Vielleicht ist Janne ja der tragische Tourneeheld, der es nie zum Einzel-Medaillisten bei olympischen Spielen geschafft hat. Kann also gut sein, dass er im März nach dem Frust von Vancouver seinen Rücktritt ankündigt und dann im nächsten Winter zum sechsten Mal die Tournee gewinnt. Seit diesem Jahr wissen wir: Diesem Janne Ahonen ist einfach alles zuzutrauen. Vor allem bei der Tournee. Egal, ob bei der 59., der 60. oder der 72. :-)

Foto: Brigitte Waltl-Jensen

Tja, ihr Favoriten


seid leider wieder mal gestorben bei dieser Tournee. Nach Engelberg hatten - wie im Vorjahr - wieder alle Simon Ammann und Gregor Schlierenzauer auf der Rechnung, sie hatten ja den Weltcup entsprechend dominiert.

Doch Weltcup und Tournee, das sind zwei paar Stiefel. In den vergangenen Jahren hat es wirklich keiner geschafft, seine frühe Form über die Tournee zu retten. Auch im Vorjahr waren Simi und Schlieri schon als die großen Favoriten gehandelt worden. Pustekuchen: Wolfgang Loitzl kam. Davor war Thomas Morgenstern als Weltcup-Leader angetreten und musste bekanntlich Janne Ahonen den Vortritt lassen.

Nun, so gesehen wird es im nächsten Jahr schwierig. Denn womöglich werden wieder Simon Ammann und Gregor Schlierenzauer die erste Phase des Weltcups dominieren. Sollte es dann im dritten Anlauf als Favorit endlich klappen. Es scheint fast ein Gesetz der Tournee zu sein, dass es immer anders kommt als vorausgesagt. Das macht aber auch irgendwie den Reiz aus, oder?

Herzliche Grüße, Ingo

Foto: Brigitte Waltl-Jensen